1999
Seidene Kostbarkeiten
Mittelalterliche Textilkunst von Europa bis China



Seide mit Elefanten

Elefanten finden sich als Zeichen königlicher Macht sowohl in der persisch/sasanidischen wie in der byzantinischen und frühislamischen Kunst.
Byzanz, 9.–10. Jahrhundert. Inv. Nr. 2641



Medaillonstoff mit Ente – Detail

Die sasanidische Hofkultur und ihre prunkvollen Seidenstoffe hatten im Frühmittelalter grossen Einfluss auf die verschiedenen Reiche zwischen Persien und China.
Westchina, 8. – Anfang des 9. Jahrhunderts. Inv. Nr. 4864



Stoff aus dem Reliquiengrab des hl. Amandus in Salzburg

Unter den türkischstämmigen Seldschuken entstanden in Westasien kraftvoll stilisierte Tierdarstellungen.
Kleinasien, 11.–12. Jahrhundert. Inv. Nr. 1141




Seidenfragment mit Rindern und Blüten

Mit der Ausdehnung des Mongolenreiches kamen chinesische Motive, zum Beispiel das springende Rind, westwärts.
Zentralasien oder Persien, 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Inv. Nr. 523



Teil eines rötlichen "diasper"-Stoffes

Die Grenzen verwischen sich. Ob dieser Stoff, der klar auf mesopotamisch/syrische Motive zurückgeht, im Nahen Osten oder in Italien gewebt wurde, ist nicht feststellbar.
Syrien oder Italien (?), 13.–14. Jahrhundert. Inv. Nr. 203




Fragment mit parallelen Weinranken, Pfauen und Wiedehopfen

Obwohl in den italienischen Produktionen der östliche Einfluss noch dominierte, zeigten sich schon eigenständige Muster, wie hier die wirklichkeitsnahe Wiedergabe einer Weinranke.
Italien, Venedig oder Lucca, 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Inv. Nr. 20

Seide mit Bäumen und chinesischen Drachen

Von chinesischen Motiven inspiriert, fanden die italienischen Entwerfer schliesslich zu verblüffend vielfältigen Schöpfungen, in denen sie auch Motive aus Fabeln, Ritterepen und exotischen Reiseberichten verarbeiteten.
Lucca (?), 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts. Inv. Nr. 456