2000
Bizarre Seiden
Ein Exotismus um 1700
7. Mai bis 5. November 2000
täglich von 14.00 bis 17.30 Uhr

Im Ringen um politische Vormacht wurden in Europa im 17. Jahrhundert die verschiedenen Ostindischen Kompanien in England, Holland und später auch in Frankreich gegründet. Die erfolgreiche Tätigkeit dieser Handelsunternehmen eröffnete dem alten Kontinent neue Horizonte. Schiffsladungen von Porzellanen, Lackarbeiten und Textilien gelangten nach Europa und regten die Phantasie der Künstler an. Es kann demnach nicht erstaunen, dass sich auch in der Gestaltung von Textilien ostasiatische Einflüsse geltend machten. Die 64 in der Ausstellung der Abegg-Stiftung vorgeführten sogenannten bizarren Seiden sind ein eindrückliches Zeugnis für diese Asienbegeisterung in Europa. Die in parallelen, meist diagonal geführten Linien aufgebauten Muster erinnern in ihrem Schwung oft an japanische Vorbilder. Viele Einzelmotive sind hingegen dem chinesischen Formenschatz entnommen. Alle diese verschiedenen Einflüsse wurden in Europa assimiliert und fanden ihren Niederschlag in den kostbaren bizarren Damasten mit ihrer reichen Dekoration aus Gold- und Silberfäden.