2002
Von Gärten und Schlössern
Naturalistische Seiden des 18. Jahrhunderts
28. April – 10. November 2002
täglich von 14.00 bis 17.30 Uhr






Naturalismus

Seidendekors im naturalistischen Stil entstanden erstmals in den 1730er-Jahren in Frankreich. Der Entwurfskünstler Jean Revel spielte dabei eine massgebliche Rolle. Ihm wird die Erfindung der sogenannten points rentrés-Effekte zugeschrieben, mittels derer graduelle Farbübergänge und Schattierungen angedeutet werden konnten.

Seidengewebe mit Ananaspflanze
Frankreich (vermutlich Lyon), um 1735-1740, Inv. Nr. 4952






Dekorentwürfe

Die Dekors der Seidengewebe wurden in der Form von Gouachezeichnungen entworfen. Viele dieser Zeichnungen sind noch erhalten. Sie können in einzelnen Fällen mit ausgeführten Geweben in Verbindung gebracht werden.

Seidengewebe mit Springbrunnen
Frankreich (vermutlich Lyon), um 1735-1740, Inv. Nr. 4850






Varianten

Einige Gewebe sind in mehreren Varianten erhalten. Sie weisen jeweils die gleiche Komposition auf, unterscheiden sich jedoch in den Farben des Grundes und der Motive oder in der Ausrichtung des Dekors.

Seidengewebe mit Schlossansicht und Blumenranke
Frankreich (vermutlich Lyon), um 1735-1745, Inv. Nr. 4989 b






Verwendung

Die meisten der gezeigten Gewebe waren ursprünglich für eine Verarbeitung zu Damengewändern bestimmt. Rockbahnen erkennt man an dem im unteren Teil der Gewebebahn konzentrierten Dekor. Abgelegte Gewänder gelangten häufig an die Kirche, wo die kostbaren Stoffe in Zweitverwendung zu liturgischen Gewändern verarbeitet wurden.

Seidengewebe mit Wasserschloss
Spanien, um 1735-1740, Inv. Nr. 2684




Phantasie und Vielfalt

Die Seidengewebe weisen eine überwältigende Vielfalt malerischer Dekors auf. Sie zeigen Parkanlagen und Landschaftsbilder mit phantastischen Pflanzen oder zitieren Details aus dem fürstlichen Leben. Ornamentale Bänder und Blumenranken verbinden die Motive zu eleganten Kompositionen.

Seidengewebe mit Blumen und Landschaft
Frankreich (vermutlich Lyon), um 1735-1740, Inv. Nr. 2423