| 2007 Drachen aus Seide, Blumen aus Gold Textile Schätze der chinesischen Liao-Dynastie (907-1125) 29. April 11. November 2007 täglich 14.00 bis 17.30 Uhr Rund 1000 Jahre alte Gewänder aus dem Norden des heutigen China stehen im Zentrum der neuen Sonderausstellung der Abegg-Stiftung in Riggisberg. Die erstaunlich gut erhaltenen, farbenprächtigen Seidenkleider und Accessoires bieten exklusive Einblicke in die Garderobe der damaligen Oberschicht. Sie führen, zusammen mit eleganten, goldgefassten Keramikgefässen, in eine Welt des Luxus und der Schönheit, wie sie die Fürsten der Liao-Dynastie bis ins Grab begleitete. Von Kopf bis Fuss in Seide gehüllt so präsentierte sich die Elite der Liao-Dynastie, und so wurde sie auch bestattet. Die ausgestellten Textilien stammen vermutlich aus dem Grab einer Adligen und umfassen nebst mehreren Mänteln, Jacken, Hosen und Röcken auch eine seidene Kopfbedeckung, üppige Zierschleifen und Stiefel. Die glanzvolle Kultur der wenig bekannten Liao-Dynastie ist erst durch Ausgrabungen der letzten 20 Jahre ans Licht gekommen. Spektakuläre Funde in reich ausgestatteten Grabanlagen zeugen nicht nur von der Bedeutung der Textilkunst, sondern auch von einem hoch ent-wickelten künstlerischen Umgang mit anderen Materialien. Als Ergänzung zu den faszinierenden Textilien aus eigenen Beständen zeigt die Sonderausstellung eine Auswahl exquisiter Keramikobjekte mit durchbrochener Goldfassung aus Privatbesitz. ************************************************************* Einzigartige Seidenkleider und Accessoires aus dem Norden des heutigen China stehen im Zentrum der neuen Sonderausstellung der Abegg-Stiftung in Riggisberg. Die prächtigen, rund 1000 Jahre alten Textilien geben Einblick in die luxuriöse Garderobe der damaligen Oberschicht. Sie führen, zusammen mit eleganten, goldgefassten Keramikgefässen, in eine Welt des Luxus und der Schönheit, wie sie die Fürsten der Liao-Dynastie bis ins Grab begleitete. Von Kopf bis Fuss in Seide gehüllt so präsentierte sich die Elite der Liao-Dynastie und so wurde sie auch bestattet. Die ausgestellten Textilien stammen aus dem Grab einer hochgestellten Dame und umfassen nebst mehreren Mänteln, Jacken, Hosen und Röcken auch eine Kopfbedeckung, üppige Zierschleifen und Stiefel aus Seide. Es ist anzunehmen, dass die Verstorbene in mehrere Gewandschichten gehüllt war. Sie trug vermutlich drei Paar Hosen und zwei Röcke sowie mindestens zwei Jacken und einen Mantel übereinander. NOMADEN IN SEIDENKLEIDERN Die wenig bekannte Liao-Dynastie wurde vom Adel der Qidan gegründet. Die Qidan waren ein halbnomadisches Reitervolk, das aus mehreren Stämmen bestand und immer wieder am Oberlauf des Flusses Liao im heutigen Nordchina seine Zelte aufschlug. Im Jahr 907 vereinigten sich die Stämme und gründeten das Reich der Qidan, das später in Liao umbenannt wurde. Das Reich stieg zur bedeutendsten Macht Ostasiens auf. Es kontrollierte ein Gebiet, das sich von der Mandschurei über die Mongolei bis in das Gebiet des heutigen Peking erstreckte. Die Qidan besiegten auch die Armee der Song-Dynastie, die im restlichen China herrschte. Bei Friedensverhandlungen wurde unter anderem vereinbart, dass die militärisch unterlegene Song-Dynastie jährlich 200'000 Ballen Seide als Tribut zu liefern hatte. Die Qidan-Elite liess sich luxuriöse Gewänder schneidern, die aus mehreren seidenen Gewebeschichten bestanden. Sogar für Futterstoffe und Wattierungen wurde Seide verwendet. FARBENPRACHT UND ELEGANZ In der Ausstellung können 17 prächtige, mehrschichtige Seidenkleider und Accessoires der Qidan bewundert werden. Dass diese rund tausend Jahre alten Textilien überlebt haben und ausgestellt werden können, ist dem trockenen Klima Nordchinas und der mehrjährigen Konservierungs- und Restaurierungsarbeit im Atelier der Abegg-Stiftung zu verdanken. Die präsentierten Textilien überraschen den heutigen Betrachter durch ihre attraktiven Farben, detailreichen, gewebten Muster und eleganten Stickereien. Für die sichtbare äusserste Gewebeschicht eines Gewandes kam oft eine fein strukturierte, unifarbene Seidengaze zum Einsatz, die mit Seiden- und Goldfäden aufwendig bestickt wurde. So finden sich auf einigen Kleidern charmante Streumuster mit beschwingten Blumen- und Vogelmotiven auf dunkelrotem Grund. Besonders eindrucksvoll ist ein blauer Rock, der mit grossen Drachenbildern bestickt ist. Die mehrfarbig gemusterten Gewebe zeichnen sich aus durch farbenprächtige und dichte Dekors mit floralen Medaillons, Löwen und Drachenfischen. KOSTBARE GRABAUSSTATTUNGEN Die glanzvolle Kultur der Liao-Dynastie ist erst durch Ausgrabungen der letzten 20 Jahre ans Licht gekommen. Spektakuläre Funde in reich ausgestatteten Grabanlagen zeugen nicht nur von der Bedeutung der Textilkunst, sondern auch von einem hoch entwickelten künstlerischen Umgang mit anderen Materialien. Als Ergänzung zu den faszinierenden Gewändern zeigt die Sonderausstellung eine silberne Totenmaske und dazugehörige Ohrringe, die wie die Textilien aus der Sammlung der Abegg-Stiftung stammen. Nur für kurze Zeit in der Abegg-Stiftung zu Gast ist dagegen eine Auswahl exquisiter liao-zeitlicher Gefässe aus Privatbesitz. Diese bezaubern mit einer filigranen, ausgesprochen form- und materialgerechten Dekoration und vermitteln eine eindrückliche Vorstellung von der Qualität und dem Reichtum der materiellen Kultur der Qidan. Es handelt sich um Objekte aus weisser Keramik oder dunklem Holz, die mit durchbrochenen und ziselierten Goldfassungen geschmückt sind. Auch solche kostbaren Gegenstände wurden den Verstorbenen mit ins Grab gegeben. Pressemitteilung und/oder Bilder senden wir Ihnen gerne per E-Mail Texte français sur demande |
|||