2011
Wiedereröffnung mit neuer Dauerausstellung

18. September - 13. November 2011
täglich von 14.00 bis 17.30 Uhr


Nach einem umfassenden Umbau präsentiert die Abegg-Stiftung der Öffentlichkeit ihre neuen Ausstellungsräumlichkeiten. Die offene, modern und diskret gestaltete Innenarchitektur bietet einen ebenso eleganten wie funktionalen Hintergrund für die Präsentation der Kunstwerke. Die neu konzipierte Dauerausstellung führt den Besuchern faszinierende Textilien des Eurasischen Kontinents vor Augen.

In den über zwei Jahre dauernden Bauarbeiten wurde ein Teil der alten Ausstellungsräumlichkeiten durch einen neuen, etwas grösseren Anbau ersetzt. Dieser erhielt eine vollständige Unterkellerung und ein zurückversetztes Obergeschoss. Damit stehen der Abegg-Stiftung nicht nur mehr Ausstellungsfläche, sondern auch zusätzliche Arbeits- und Depoträume zur Verfügung. Die Gesamtkosten des Um- und Neubaus belaufen sich auf rund 25 Mio.Franken.

FLIESSENDE RÄUME
Der neue Ausstellungsbereich ist stützenfrei und ohne geschlossene Räume konzipiert. Seine Decke überspannt eine Fläche von über 1'500 m2. Eingestellte Wandelemente, die entweder als monumentale Raumteiler fungieren oder den tragenden Aussenwänden vorgeblendet sind, gliedern die Ausstellung. Sie stehen in verschiedenen Winkeln zueinander und schaffen eine Abfolge von fliessend ineinander übergehenden räumlichen Verengungen und Ausdehnungen. In seinen Grundzügen stammt dieses Raumkonzept von Hanspeter Wespi, Architekt OTIA aus Gordola, der mit seinem Beitrag MITRA im Jahr 2007 als Sieger aus einem offenen Projektwettbewerb hervorging. Substantiell weiterentwickelt und umgesetzt wurde das Projekt von Erich Offermann und seinem Büro oap in Zürich. Bei den Ingenieur-, Bau- und Installationsarbeiten kamen vor allem Betriebe aus der näheren Umgebung zum Zuge.

INNOVATIVE LICHTTECHNOLOGIE
Sowohl die Halle als Ganzes als auch die einzelnen Ausstellungsstücke werden mittels LED (lichtemittierende Diode) beleuchtet
eine in diesem Ausmass für den Museumsbereich noch nicht verwendete Technologie. Eine durchgehende Lichtdecke mit Tausenden von kleinen Lämpchen verbreitet durch mattes Glas gefiltert ein sanft flutendes Licht. Der Saal wirkt hell, ohne dass zu viel Licht auf die empfindlichen Kunstwerke trifft. Spots leuchten die einzelnen Exponate individuell aus und heben sie aus ihrer Umgebung hervor. Die Lichtfarbe lässt sich stufenlos regulieren und ihr Lichtkegel wird mit Masken genauestens auf die jeweilige Form des Ausstellungsstücks begrenzt.

SUBTILE ELEGANZ
Die Innenarchitektur stellt sich in den Dienst der optimalen Präsentation von Kunstwerken. Neben dem zurückhaltenden Farbkonzept, edlen Materialien und sorgfältigem Handwerk sorgen weitere unauffällige Merkmale für Eleganz. So entsprechen zum Beispiel die Milchglasplatten der Lichtdecke in Grösse und Anordnung genau dem Quadratmuster des Parkettbodens. Die Ausstellungswände sind vom Boden abgesetzt und reichen nicht bis zur Decke, was sie leichter und diskreter wirken lässt. Ihr ruhiges, einheitliches Fugenbild setzt sich in die Tiefe des Raumes fort. Mit der Höhenstaffelung der Lichtdecke in drei Stufen weitet sich der Raum allmählich. Die ganze Innenarchitektur wirkt luftig und hell; der Blick bleibt auf das Wesentliche gerichtet, nämlich auf die faszinierenden Ausstellungsstücke.

AUS- UND DURCHBLICKE

Die neue Dauerausstellung zeigt die Glanzstücke der Sammlung der Abegg-Stiftung. Im Mittelpunkt stehen herausragende Textilien aus Europa, dem östlichen Mittelmeergebiet sowie aus Ländern entlang den Seidenstrassen. Sie sind nach geografischen und chronologischen Gesichtspunkten angeordnet, wobei die Platzierung der Raumteiler in der offenen Innenarchitektur auf sich gegenseitig beeinflussenden Kulturbereichen beruht. Das Ausstellungskonzept arbeitet denn auch mit Aus- und Durchblicken, zum Beispiel vom europäischen Früh- ins Spätmittelalter oder vom Mittelmeerraum zu den zentralasiatischen Gewändern. Querverweise über Raum und Zeit hinweg werden möglich und anhand konkreter Beispiele veranschaulicht. Das Spektrum der ausgestellten Gewebe und Gewänder reicht vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis ins 18. Jahrhundert. Gemälde, Skulpturen sowie bedeutende Werke der Goldschmiedekunst sind ebenfalls ausgestellt und beleuchten die wechselseitige Beziehung zwischen der Textilkunst und anderen Kunstgattungen.

NEUERWERBUNGEN
Mit dem Umbau hat die Ausstellung nicht nur eine einheitliche und moderne Gestaltung bekommen, sie ist auch grösser geworden. Es sind mehr Textilien ausgestellt als früher. Rund dreissig Gewebe und Gewänder werden zum ersten Mal präsentiert. Es handelt sich vor allem um Neuerwerbungen aus den letzten zehn Jahren. Darunter befinden sich zahlreiche Textilien aus Zentralasien und China, aber auch im Bereich der byzantinischen und europäischen Gewebe konnte die Sammlung erheblich erweitert werden.


SONDERAUSSTELLUNGEN
Die neue Dauerausstellung mündet in den 200 m2 grossen Bereich, der für künftige Sonder-ausstellungen reserviert ist. Dort wird die Abegg-Stiftung ab Frühjahr 2012 wieder jährlich eine temporäre Ausstellung ausrichten und damit den Besuchern die Möglichkeit bieten, weitere Themen, Epochen und Techniken der Textilkunst zu entdecken.

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