2006
Gewebtes Gold
Metallfäden in der Textilkunst
30. April – 12. November 2006
täglich von 14.00 bis 17.30 Uhr



Goldfäden
Um das harte, glänzende Metall mit dem elastischen Gewebe zu verbinden, wurde eine Vielzahl von Techniken entwickelt. Zu den ältesten gehört das Umspinnen des Textilfadens mit hauchdünnen Goldblechstreifen. Sie war nahezu überall und zu allen Zeiten verbreitet.


Leder- und Papiergold
Im Orient bevorzugte man vielfach vergoldete Lederstreifen zur Verzierung der Gewebe, in China auch mit Gold beschichtetes Papier. Hier haben sich grosse, fast ausschliesslich in Gold gewebte Stoffe und Gewandfragmente mit prachtvollen Mustern erhalten.


Häutchengold
Neben dünnen Goldblechfolien wurden auch mit Gold beschichtete Darmhäute zum Umwinden von Seiden- oder Leinenfäden verwendet. Ihren Höhepunkt fand diese Technik in der italienischen Seidenweberei des 14. Jahrhunderts. Die Stoffe dieser Zeit weisen eine überwältigende Vielfalt phantasievoller Muster auf.


Samte
Zu den grössten Luxusgütern gehörten die Samte. Sie waren um so kostbarer, je mehr Gold sie enthielten. Neben einfachen goldumsponnenen Fäden wurden kleine Goldschlaufen, Metallstreifen und Drähte als Schmuck verwendet. Sie liessen eine Vielzahl unterschiedlicher Glanzeffekte entstehen.


Phantasiefäden
Im Barock waren die Möglichkeiten für den Gebrauch von Metallfäden nahezu unbegrenzt. Es entstanden phantastische Kombinationen aus Gold- und Silberfäden mit Metallstreifen, Drähten und Spiralen, die sowohl für Gewebe als auch für Stickereien Verwendung fanden.