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2006
Gewebtes Gold
Metallfäden in der Textilkunst
30. April 12. November 2006
täglich von 14.00 bis 17.30 Uhr
Stoffe mit Gold- und Silberfäden haben seit alters höchste Bewunderung hervorgerufen. Schon das Alte Testament berichtet von Gewändern aus Gold und Purpur. Als Luxusgüter ersten Ranges waren sie zu allen Zeiten nur den höchsten Würdenträgern vorbehalten. Von der Antike bis ins 18. Jahr-hundert, von China bis Europa stets waren sie das Begehrteste, was die Textilkunst dieser Epochen hervorgebracht hat.
Die diesjährige Sonderausstellung der Abegg-Stiftung gibt einen Einblick in die Vielfalt an Schmuckformen, Glanzeffekten, Techniken und Materialien, die für die Herstellung dieser kostbaren Stoffe verwendet wurden. Sie zeigt spätantike Goldwirkereien ebenso wie mittelalterliche Goldstoffe aus China und Zentral-asien. Goldbroschierte Samte der Renaissance erscheinen neben reich verzierten Metallstickereien des Barock. In ihnen spiegelt sich der Wandel des Geschmacks ebenso wie der Erfindungsreichtum der Handwerker und Künstler. Ihr leuchtender Glanz und die Vielfalt der künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten faszinieren bis heute.
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Seit alters haben Stoffe mit Gold- und Silberfäden höchste Bewunderung hervor-gerufen. Als Luxusgüter ersten Ranges waren sie zu allen Zeiten nur den höchsten Würdenträgern vorbehalten. Von der Antike bis ins 18. Jahrhundert, von China bis Europa stets waren sie das Begehrteste, was die Textilkunst hervorgebracht hat.
Die diesjährige Sonderausstellung der Abegg-Stiftung gibt einen Einblick in die Vielfalt an Schmuckformen, Glanzeffekten, Techniken und Materialien, die für die Herstellung dieser kostbaren Stoffe verwendet wurden. Sie zeigt spätantike Goldwirkereien ebenso wie mittel-alterliche Goldstoffe aus China und Zentralasien. Goldbroschierte Samte der Renaissance erscheinen neben reich verzierten Metallstickereien des Barock. In ihnen spiegelt sich der Wandel des Geschmacks ebenso wie der Erfindungsreichtum der Handwerker und Künstler. Ihr leuchtender Glanz und die Vielfalt der künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten faszinieren bis heute.
Antike und Mittelalter
Um das harte, glänzende Metall mit dem elastischen Gewebe zu verbinden, wurde eine Vielzahl von Techniken entwickelt. Zu den ältesten gehört das Umspinnen des Textilfadens mit hauchdünnen Goldblechstreifen. Die spätantike und frühislamische Kunst bietet hierfür in der Ausstellung eindrucksvolle Beispiele. Daneben wurden auch mit Gold beschichtete Darmhäute zum Umwinden von Seiden- oder Leinenfäden verwendet. Sie waren leichter und flexibler als die mit Goldblech umsponnenen Fäden. Ihren Höhepunkt fand diese Technik in der italienischen Seidenweberei des 14. Jahrhunderts. Im Orient bevorzugte man statt dessen vergoldete Lederstreifen zur Verzierung der Gewebe, in China auch mit Gold beschichtetes Papier. Als Beispiele für diese Technik sind in der Ausstellung grosse, fast ausschliesslich in Gold gewebte Stoffe mit prachtvollen Mustern zu sehen.
Luxusstoffe der Renaissance
Zu den grössten Luxusgütern der Renaissance gehörten die Samte. Schon die schiere Menge an Seide, die für ihre Herstellung benötigt wurde, machte sie kostbar und teuer. Die Festigkeit ihres Gewebes erlaubte zudem einen nahezu unbegrenzten Einsatz von Metallfäden. Als Material wurde nun nicht länger das leichte Häutchen- oder Ledergold, sondern fast ausschliesslich Gold- oder Silberblech zum Umspinnen der Textilfäden verwendet. Hinzu kamen kleine Goldschlaufen, Metallstreifen und Drähte, die eine Vielzahl neuer Glanzeffekte erzeugten.
Zauber des Orients
Im 16. und 17. Jahrhundert bildeten Persien und das osmanische Reich die wichtigsten Zentren der Seidenherstellung im Orient. In Persien entstanden unter der Herrschaft der Safawiden (15011722) Seidengewebe von höchstem künstlerischen Rang, die für die gesamte islamische Textilkunst der Epoche prägend wurden. Sie verbinden spielerische Leichtigkeit und Eleganz des Musters mit einer fein ausgewogenen Farbkomposition. Demgegenüber zeichnen sich die osmanischen Gewebe dieser Zeit vor allem durch kräftige Farben und Musterentwürfe von großer Monumentalität aus. Der Grund dieser Gewebe ist vielfach vollständig in Gold gewebt.
Barocke Pracht
Im Barock waren die Möglichkeiten für den Gebrauch von Metallfäden nahezu unbegrenzt. Es entstanden phantastische Kombinationen aus Gold- und Silberfäden mit Metallstreifen, Drähten, Spiralen und Pailletten, die sowohl für Gewebe als auch für Stickereien Verwendung fanden. Die Ausstellung zeigt herausragende Zeugnisse für diese Entwicklung.
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