

Die Darstellungen auf den Textilien spiegelten die Lebensideale und Glücksvorstellungen ihrer Zeit wider. Musik und Tanz, Erotik und Lebenslust zählten zu den häufigsten Themen. Hinzu kamen Bilder des aristokratischen Zeitvertreibs wie etwa der Jagd, die zu den Privilegien der spätantiken Oberschicht gehörte. | Pfau. Detail eines gewirkten Behangs, Leinen und Wolle, Ägypten, 5.–7. Jahrhundert, Inv. Nr. 1639

Beliebt waren auch Bilder, die den Zyklus des Lebens oder den ewigen Kreislauf der Natur zum Thema hatten. Sie zeigten Personifikationen der vier Jahreszeiten oder Darstellungen der zwölf Monate und brachten damit die Hoffnung auf reiche Ernte, Stabilität und die immerwährende Wiederkehr des Glücks zum Ausdruck. | Detail eines gewirkten Behangs mit Monatsdarstellungen, Leinen und Wolle, Ägypten, 4.–6. Jahrhundert, Inv. Nr. 1638

Eine technische Besonderheit stellten reservegefärbte Stoffe dar. Sie waren, leicht und nahezu für alle Zwecke verwendbar. Ausserdem war ihr Dekor auf beiden Seiten zu sehen. Für ihre Herstellung wurde ein Leinengewebe mit Harz und Wachs bemalt. Anschliessend wurde das Tuch in ein Färbebad getaucht, wobei die bemalten Stellen keine Farbe annahmen. | Fragment eines reservegefärbten Gewebes mit Tieren, Leinen, Ägypten, 4.–6. Jahrhundert, Inv. Nr. 5574

Grossformatige Polster waren ein wichtiger Bestandteil der antiken Wohnkultur. Sie wurden sowohl in den Schlafräumen als auch bei Gastmählern und Gelagen als Auflage für Liegen aus Holz oder Stein gebraucht. Als Bezugsstoff dienten zumeist Wollgewebe, die weich und geschmeidig, aber dennoch strapazierfähig waren. | Fragment eines Wollgewebes mit Tierfries, Ägypten, 5.–6. Jahrhundert, Inv. Nr. 142
